Transportsysteme

Transportsysteme

 

Oldtimerbahnen, Monorails, Eisenbahnen, Bootsfahrten… Es gibt viele Möglichkeiten, sich in einem Freizeitpark fortbewegen zu lassen. Und diese werden auch redlich genutzt. Dabei scheint es sogar einigermaßen egal zu sein, wie toll und aufwändig diese Geschäfte erscheinen; Fahrgäste finden sich fast immer. Zugegeben, die Aussage ist ein wenig überspitzt und im Grunde genommen nur für diejenigen ohne großes Reflexionsvermögen und mit großer Phantasie richtig. (Kinder können schon mal begeistert an nicht funktionsfähigen Lenkrädern drehen, Erwachsene erwarten da schon eine größere Authentizität – oder alternativ mehr Unterhaltung zum Beispiel durch eine während der Fahrt erzählte Geschichte.) Aber was ist es unabhängig von der spezifischen Intention des Planers, das die ganzen Bahnen so attraktiv erscheinen lässt?

Vermutlich liegt es an der Faszination der Bewegung an sich gepaart mit dem Drang Neues zu erleben, frei nach dem Motto „Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben“. Und die bereits indirekt angesprochene Gestaltung und die etwaige Andersartigkeit bestimmen den Rest der Attraktivität. Monorail, Boot und Seilbahn fährt der geneigte Besucher einfach nicht jeden Tag. Besonders interessant werden die Bahnen dann, wenn sie durcheinander führen. Dies führt zu noch mehr Bewegung, einer undurchsichtigeren Streckenführung und spannenderen optischen Perspektiven. Blackpools Pleasure Beach darf diesbezüglich als Extrembeispiel (und nach Meinung des Autors auch durchaus als Vorbild) herhalten.

Viele der angesprochenen Bahnen existieren quasi zum Selbstzweck und fahren topologisch betrachtet einfach nur im Kreis. Seilbahnen, Rolltreppen und mitunter auch Monorails werden mitunter zur Überwindung von Höhenunterschieden eingesetzt. Boote fahren über einen See und Eisenbahnen haben häufig mehrere Stationen. In China gibt es sogar eine Wildwasserbahn mit zwei durch einen bemerkenswerten Höhenunterschied voneinander getrennten Stationen. Die eine Passage führt nahezu trocken bergauf, die andere mit gleich fünf Abfahrten wieder hinab. Nicht ganz unproblematisch sind Transportsysteme mit mehreren Stationen aus logistischer Sicht. Durch eine zweite Station verdoppelt sich die Kapazität schließlich nur, wenn an jeder Station alle Fahrgäste aussteigen müssen. Dies verlangt allerdings, dass die Besucher damit auch umgehen können. Einfach in der Walachei ausgesetzt zu werden, um die Darstellung zu übertreiben, ist verständlicher Weise nicht jedermanns Sache. Und spätestens wenn nur ein Teil der Gruppe eine Mitfahrt in Erwägung zieht oder Kinderwagen bzw. Rollstühle zurück bleiben müssen, sollte das Prozedere besser im Vorfeld klar vermittelt werden. Und um auf die chinesische Wildwasserbahn zurück zu kommen: Dort sind die Zielgruppen zwischen Auf- und Abfahrtspassage durchaus unterschiedlich, was ebenfalls zu Problemen führen kann. Schon allein wegen der Höhendifferenz, die nicht zu Fuß überbrückt werden mag, ist es hier jedoch nötig, von einer Zwangsevakuierung der Boote abzusehen.

Beim individuellen Reisen mit Transportsystemen fallen diese Probleme weitgehend weg. Ermöglicht wird dieses beispielsweise durch das Transportainment getaufte Konstrukt, welches NBGS erstmals im Wasserpark Schlitterbahn Beach in South Padre umgesetzt hat. Die Anlage besteht aus einem Lazy-River-System mit zwischengeschalteten Liftpassagen, gewöhnlichen Rutschen bergab und Masterblastern bergauf als spektakulären Verbindungsstücken. Die Gäste suchen sich ausgestattet mit einem schwimmenden Reifen selbst ihren Weg und müssen das Transportmittel dabei noch nicht mal mehr verlassen. Da durch die hohe Kapazität der Anlage auch noch die Wartezeiten niedrig sind, kann man fast von einem ungestörten Erlebnis sprechen. Und selbst wenn man mal vor einer Rutsche rumdümpeln muss: Kann Warten entspannter sein, als in einem schwimmenden Reifen abzuhängen?

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